Bloggen. Blubbern.

Warum ich nicht mehr schriebe, wird gefragt. Das Einschlafen des Blogprojekts bedauert. Natürlich imponiert mir das, wirft aber auch ein paar Fragen auf. Ich werde hier nicht versuchen, sie zur Gänze zu beantworten und es bei ein paar polemische Spitzen dazu belassen. Wer möchte, darf im Hintergrund auch eine leise Selbstkritik vermuten.

Die meisten Blogs leben davon, dass sie möglichst regelmäßig mit Inhalt gefüttert werden. Immerhin haben ihre Autor_innen in erster Linie ein Ziel: Aufmerksamkeit. Sinken nun die Zugriffszahlen auf Selbstbestätigungstrips, exhibitionistisch ausgebreitete Details aus dem Sexualleben oder den Link zum aktuell angesagtesten Youtube-Link, so gerät der Blog in die Krise.

Doch zum Glück gibt es ein paar brandheiße Top-Tipps zum Thema Krisenmanagement: Die jeweilige Selbstdarstellungsplattform ist zunächst einmal exzessiv zu nutzen. Schließlich wollen die Leser_innen den Stoff schnell und in großen Mengen. Der Umweg über den Kopf darf dabei zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit gerne wegrationalisiert werden. Mit anderen Worten: Grütze schreiben. Und noch mehr Grütze.
Der zweite Schritt ist das Setzen von Duftmarken bei den aktuell angesagtesten Blogs. Keine Angst: Deren Kommentarspalten müssen nun nicht gleich mit sinnvollen Beiträgen gefüllt werden. Auf die Auffälligkeit kommt es an. Und natürlich den Link zum eigenen Blog.

P.S.:
Spezial-Tipp für Polit-Blogger: Eine Polemik gegen den Gegenstandpunkt schreiben, Popcorn in die Mikrowelle stellen und zurücklehnen. Wer gemeint ist, versteht mich.