Alptraum im deutschen Blätterwald:
Der „Kaninchen-Killer“ geht um

Vorbemerkung: Wer in diesem oder anderen Beiträgen Ähnlichkeiten zu Texten in anderen Medien findet, darf sie behalten. Wenn, dann habe ich da nur bei mir selbst geklaut. Alle im Original englischen Zitate sind übersetzt.


Bildquelle: BBC News

Es gibt Orte im Ruhrgebiet, die aussehen, als kämen sie direkt aus einem deutschen Märchen. Aber hier entwickelt sich ein Alptraum, der Angst in der Gemeinde verbreitet.

So beginnt ein augenzwinkernder Bericht von BBC News über eine abstruse Serie von Tiertötungen in den vergangenen Monaten. 30 Kaninchen soll ein_e noch unbekannte_r Täter_in in den vergangenen Monaten aus ihren Außen­gehegen entführt und enthauptet haben.
„Er füllt das Blut vielleicht in eine Box oder eine Flasche und bringt es weg. Und den Kopf auch.“ So schildert Polizeisprecher Volker Schütte in echt deutschem Englisch das Vorgehen des „Killers“ gegenüber BBC.

Der Beitrag der britischen Reporter_innen darf durchaus als ironischer Seitenhieb nicht nur auf deutsche Befindlichkeiten, sondern vor allem auch auf deren Niederschlag im medialen Blätterwald verstanden werden. Die selten dämliche Bezeichnung „Kaninchen-Killer“ wurde zum stehenden Begriff in den diversen Lokal- und Boulevardblättchen, die damit offenbar ihr Sommerloch zu stopfen versuchten. Dabei zitierten sie zwecks Dramatisierung gerne diverse abgedrehte Tierfreunde, die sich mit wahrer Leidenschaft einer der liebsten Volkssportarten der Deutschen widmeten: Abwegige Theorien über blutrünstige Verschwörungen aufstellen.

So heißt es in einem Artikel zum Thema von der Westdeutschen Zeitung:

Für Erika Scheffer, Vorsitzende des Dortmunder Tierschutzvereins, steht fest: „Das waren Perverse, die das Blut für Satansmessen verwenden.“

Im Internet, wo zugegeben mit ein paar Minuten Suchmaschinen-Recherche ausnahmslos jeder Blödsinn zu finden ist, geben sich deutsche Kaninchen-Liebhaber deutlich zwangloser ihren Fantasien hin. Zum Beispiel in einem Forum, das sich mit der Behauptung „Wir retten Kaninchen“ bewirbt. An „Islamisten und Juden“ denkt dort ein gewisser Flocke – wegen der „Art (…) des Schlachtens“. Auch bei Sylke funktionieren die bekannten Reflexe gut:

Solche Typen müssten echt härter bestraft werden, wenn sie die überhaupt bekommen.

Weder sind „die Typen“ (Woher kennt sie denn deren Geschlecht? Verdächtig …) gefasst, noch weiß Sylke vermutlich, was für eine Strafe ihnen in diesem Fall blühen würde. Wie auch der gute Obama weiß, ist dem aufgebrachten Mob eben prinzipiell alles unter Todesstrafe zu wenig, um „das volle Ausmaß der Empörung zum Ausdruck zu bringen“ (Zitat inkl. Zusammenhang aus dem Buch zu seiner Wahlkampagne).

Oft und gerne wird bei der Polizei über Per­sonalmangel geklagt, für diesen Fall hat sie offenbar eine mehrköpfige Sonderkommission gebildet. Außerdem hat auch Team Green eine äußerst schlüssige Theorie anzubieten: „Die Polizei befürchtet, der Killer könnte vom Töten von Kaninchen zum Töten von Menschen übergehen.“ (BBC)

Hier geht es zum Video von BBC: >>Link
Und hier zum entsprechenden Text: >>Link